die Zisterzienser gehen als Reformbewegung
aus den Benediktinern hervor; das Klosterleben wird geprägt durch regen
Gottesdienst, kolonisatorische Arbeit, unerbittliche Askese, strenges Schweigegebot,
Verzicht auf Fleischgenuss sowie auf geheizte Räume; Bernhard von Clairvaux
entwickelt die Zisterzienser zum ausstrahlungskräftigsten Orden des
12. Jh.; die schnell wachsende Zahl von Mönchen und Laienbrüdern
war Ausdruck einer religiösen Massenbewegung
um 1116 und 1131:
erste Ansiedlung von Augustiner-Chorherren
und Benediktinern auf dem heutigen Klostergelände
1136:
Ansiedlung von Zisterziensern aus
Clairvaux / Burgund
12.-13.Jh.:
Blütezeit der harten zisterziensischen
Lebensordnung; der Gesamtkonvent des Klosters setzt sich aus mindestens
150 Chormönchen und bis zum Dreifachen an Laienbrüdern (Konversen)
zusammen
13.-15.Jh.:
soziale und religiöse Umwälzungen
verändern die Wirtschaftsstruktur; Verpachtung der Besitzungen; Mönche
übernehmen zunehmend seelsorgerische und wissenschaftliche Arbeit;
Rückgang der harten asketischen Gesinnung
1525:
Leerung des großen Fasses
(72.000 l) und Plünderungen im Bauernkrieg
1631-1635:
Flucht der Mönche vor schwedischen
und hessischen Truppen im 30-Jährigen Krieg; Plünderungen; Vernichtung
bzw. Verschleppung eines großen Teils der Bibliothek
18. Jh.:
wirtschaftliche Blütezeit;
ca. 30-40 Mönche leben von den gewaltigen Besitzungen des Klosters
1803:
Aufhebung des Klosters durch Fürst
Friedrich August von Nassau-Usingen (Säkularisation); Gründung
einer Weinbaudomaine
19. Jh.:
Teile der Klosteranlage werden "Korrektionsanstalt",
"Irrenanstalt" und ab 1912 Militärgenesungsheim
1866:
Annexion des Herzogtums Nassau durch
das Königreich Preußen; preußische Verwaltung der Klosteranlage
1926-1939:
grundlegende Instandsetzung wichtiger
Gebäude
1946:
das Kloster wird Eigentum des Landes
Hessen; Verwaltung durch die Hessischen Staatsweingüter
1985:
Drehort für die Innenaufnahmen
zum Film "Der Name der Rose" nach dem Roman von Umberto Eco
1986:
1996
Beginn der Generalsanierung zur
Erhaltung der historischen Bausubstanz; Entwicklung zeitgemäßer
Nutzungkonzepte
1. Internationaler Rheingauer Ostereiermarkt in Kloster Eberbach
1998
2010
Überführung der Klosteranlage
in eine gemeinnützige Stiftung öffentlichen Rechts mit dem Namen
Stiftung Kloster Eberbach'
Aufgaben: Öffnung des Klosters für die Allgemeinheit und dauer-hafter
Erhalt der Anlage durch deren maßvolle Nutzung und nachhaltige Bewirtschaftung. 27. und 28. Februar 2010 * 15. Internationaler Rheingauer Ostereiermarkt
in Kloster
Eberbach